Schreibaby – 10 Tipps, die uns geholfen haben

Ein Schreibaby bringt uns als Eltern bis an unsere Grenzen – und teilweise noch darüber hinaus… Es ist eine richtige Zerreißprobe, wenn sich das kleine Baby durch nichts beruhigen lässt und man einfach nicht weiß, woran es liegt! Die Nerven liegen blank, Gereiztheit und Verzweiflung nehmen überhand. Es war eine harte Zeit für uns, in der wir alles – wirklich ALLES – ausprobierten, um unserer kleinen Tochter zu helfen. Dabei haben manche Dinge überhaupt nicht geholfen, andere haben uns ein paar Stunden herrliche Ruhe verschafft, in denen wir uns ein bisschen regenerieren konnten. Hier sind unsere 10 Tipps, die uns bei unserem Schreibaby geholfen haben!


Schwieriger Start

Der Tag, an dem wir Marlene aus dem Krankenhaus zu uns nach Hause holen durften, bedeutete für mich pure Erleichterung. Sie hatte nach der Geburt ganz schlimme Gelbsucht entwickelt. Während andere Eltern mit Ihren Babys glücklich nach Hause durften, mußte unsere Kleine noch 8 weitere Tage im Krankenhaus bleiben. Diese Tage und Nächte mußte sie zusätzlich ganz alleine in einem Glaskasten (Phototherapie) verbringen. Jeden Tag bekamen wir schlechte Neuigkeiten, die Gelbsucht wurde schlimmer anstatt besser. Die Situation schien dramatisch, die Ärzte rästelten selbst, warum die Gelbsucht bei ihr so hartnäckig war. Ich hatte schreckliche Angst um sie und heulte eigentlich mehr oder weniger die Tage durch. Wir waren also super erleichtert als es hieß, die Gelbsucht sei besiegt, unser kleiner Schatz dürfe ENDLICH nach Hause!

Die „schönste Zeit unseres Lebens“?! – weit gefehlt

Wir freuten uns sehr, Marlene endlich nach Hause zu holen! Wir waren MEHR als bereit für ein Leben zu dritt: die Monate davor hatten wir an alles gedacht und sehr viel recherchiert. Ihr Kinderzimmer war fertig und wunderschön, kleine süße Babyanziehsachen waren mit Liebe im Kasten eingeordnet, Babytrage und Wickelsachen standen bereit. Familie und Freunde schrieben uns Jubelnachrichten, sie freuten sich mit uns und wünschten uns viel Freude in dieser „schönsten Zeit unseres Lebens“… und dann kam alles anders: Marlene schrie und schrie und schrie und hörte garnicht mehr auf! Dass ein Baby nun mal schreit, hatten wir erwartet – aber, dass ein Baby garnicht mehr aufhört und sich durch nichts beruhigen lässt, das warf uns ehrlich gesagt ziemlich aus der Bahn. Verunsichert und leicht panisch taten wir ALLES, um dieses klitzekleine Wesen zu beruhigen. Sanft schaukelten wir sie in unseren Armen, sangen beruhigende Lieder, gaben ihr Liebe, Liebe, Liebe, aber NICHTS half! Wir wurden zunehmend verzweifelter, brachten Marlene zu verschiedenen Kinderärzten, einem Osthepathen, einer Homäopathin – nichts schien zu helfen, keiner hatte eine Lösung! Teilweise wurde alles sogar noch schlimmer. Nachdem der Osthepath etwa an ihrem Rücken herumbehandelte, konnte sie plötzlich nicht mehr am Rücken schlafen. Mit Homeopathie verschlimmerte sich ihre Qual nur noch mehr. Zudem machten uns die Jubelnachrichten immer verzweifelter, niemand erkannte den Ernst der Lage. Ich wollte niemandem mehr antworten auf Nachrichten der Art „Und? Genießt Ihr Eure Zeit zu dritt?“ – „NEIN ES IST DIE ABSOLUTE HÖLLE!!“ hätte ich am liebsten alle angeschrien, der Schlafenzug machte mich zusätzlich etwas ungut…

Und was war das Problem?

Google sagt das Phänomen „Schreibaby“ führt man entweder zurück auf Überreizung oder 3-Monatskoliken. Bei unserer kleinen Marlene war es wohl beides. Vielleicht durch ihren schweren Start ins Leben mit Gelbsucht und einsamen Nächten im Glaskasten war sie doch geprägt, man weiß es nicht, schließlich kann man die Babys nicht befragen. Wir wissen nur, dass sich Marlenes Persönlichkeit nach drei Monaten komplett änderte! Im Nachhinein waren es also drei harte, wirklich harte Monate, aber die Babys wachsen aus dieser Schreiphase raus und man muß durchhalten – durchhalten – durchhalten. Heute ist Marlene 7 Monate alt und ein traumhaftes, gelassenes smily-baby. Hier sind unsere 10 Tipps, die uns wahnsinnig geholfen haben!

1. Unser Liebling – die elektrische Schaukel

Hach, die Schaukel… :) Marlene war zwei Wochen alt, da holten wir uns eine elektrische Schaukel von fisher price. Von einer youtube-Mutter wußte ich, dass sie ihre beiden Babys damit sehr gut beruhigen konnte. Es mußte dabei aber eine sein, die von links nach rechts schaukelt und dabei auch richtig gut, ein leichtes Vibrieren hätte nichts gebracht. (Sie hatte mehrere Schaukeln ausprobiert.) Wir fanden ein günstiges Fisherprice-Modell second hand bei willhaben.at. Im Nachhinein hätten wir aber auch den vollen Preis bezahlt, es war für uns die beste Investition! Marlene gefiel die Schaukel nicht von Anfang an, aber plötzlich ab dem Zeitpunkt, als sie 3 oder 4 Wochen alt war, liebte sie sie! Wir konnten sie damit sehr gut beruhigen, und später dann auch immer zum Schlafen bringen. Auch nachts wenn Marlene pötzlich um 2 Uhr früh weinte, die Schaukel machte alles wieder gut. Wenn die kleine Maus am Abend besonders viel schreite, legten wir sie in die Schaukel und konnten dadurch sogar selbst noch zur Ruhe finden! Wenn die Babys ganz klein sind, soll man sie nicht Stunden lang in der Schaukel lassen, aber unser Kinderarzt meinte damals, immer wieder 1-2 Stunden, das macht nichts. Es war so schön zu sehen, dass ihr die Bewegung und das Kuschelige der Schaukel half, sich zu beruhigen. Wir hatten sie daher fast täglich in Gebrauch, und auch heute noch – Marlene ist jetzt 7 Monate alt – brauchen wir sie immer wieder. Zb. hatte sie vergangene Woche Schnupfen und konnte nicht durch die Nase atmen. Keine Tropfen halfen, kein Nasibene, keine Salzwasserdusche, es half nur sie in der Schaukel in sitzender Position zu halten, so konnte sie schlafen! Hier meinte der Kinderarzt sogar mit 7 Monaten sei sie alt genug, dass man sie ruhig darin über Nacht lassen konnte. Wir haben noch nie ein Produkt so geliebt wie diese elektrische Schaukel. :))

2. Unser bester Freund, der Pezziball

 

Der Pezziball oder auch Gymnastikball genannt, war vor allem während der Schreiphase ihrer ersten Monate unser bester Freund! Wenn sie schrie, setzte sich einer von uns mit ihr im Arm auf den Ball und wipte und wipte und wipte. Das „auf und ab“-Federn beruhigte sie so sehr. Wir wollten ihn am liebsten überall hin mitnehmen. Wir fanden überhaupt, es sollten in der ganzen Stadt verteilt überall solche Bälle stehen, damit Eltern wie wir „gefahrenlos“ das Haus verlassen konnten. Er half uns so sehr sie zu beruhigen, dass wir ihn sogar in Hotels mitnahmen! Die elektrische Schaukel nahmen wir übrigens auch ein paar Mal übers Wochenende mit! :)

3. Hilfe bei 3-Monats-Koliken

Auch wenn man zum Thema Schreibaby oft liest „Mythos Bauchweh“ – bei Marlene konnte man anhand ihrer Mimik und Gestik einfach sehen: Sie hatte schlimmes Bauchweh, Krämpfe und Blähungen. Sowohl unser Kinderarzt als auch eine Kinderkrankenschwester meinten, dass meine Ernährung nichts zur Sache tat! Ich konnte also nichts dagegen tun. Insgeheim hörte ich das gerne, denn ich bin nicht empfänglich für jegliche Ernähungstipps, ich esse einfach zu gern und am liebsten alles! Nachdem das Schreien aber einfach nicht besser wurde und mein armer Schatz mir so unglaublich leid tat, wurde ich zunehmend verzweifelter. Da fand ich eine Liste von Lebensmitteln, die man nicht essen durfte – und das ging weit über das übliche „Brokkoli und Zwiebeln“ hinaus! Ich dachte mir, ich versuche es einfach mal und ich muss sagen: Meine Ernährungsumstellung hatte Marlene am meisten geholfen, ja ich finde sie sogar gerettet!! Zb. aß ich vor meiner Ernährungsumstellung jeden Tag ein mürbes Kipferl zum Frühstück. Als ich sie danach stillte, schrie sie wie am Spieß. Als ich die Kipferln und anderes Hefegebäck wie Brot und Semmeln wegließ, hatte sie deutlich weniger Magenkrämpfe! Über meine Brotlose Zeit, rettete ich mich mit Reis- und Maiswaffeln drüber. Am liebsten hatte ich die mit dunkler Schoko überzogenen Reiswaffeln von dm. :) In der Früh aß ich dann meistens Overnight Oats. Zusätzlich kaufte ich mir Kümmel (ganz) und streute ihn über jedes Essen großzügig drüber, einfach überall, egal ob er dazupasste oder nicht! Ich merkte, dass Marlene dann viel leichter Blähungen loswerden konnte, sie schmerzten sie nicht mehr so sehr. Im Nachhinein tut es mir leid, dass ich erst ein Monat nach ihrer Geburt mit der Ernährungsumstelung begonnen hatte.. Ich hatte sie mit meinen vielen Kipferln richtig gequält und solche Schmerzen bereitet :( Nach ca. 3 Monaten war der Spuk vorbei und ich konnte wieder alles essen! Diese Liste hatte mir damals sehr geholfen.

4. Youtube zur Beruhigung

Sonderbarerweise hatte Marlene es sehr beruhigt (als wir sie in die Schaukel legten) zusätzlich den Fön anzuschalten. Dieser Krach half ihr sich zu beruhigen und sogar einzuschlafen! Ein absolutes Phänomen bei babys :) Man sagt, dass das Fön-Geräusch sie an die Zeit im Bauch erinnert. Hatten wir keinen Fön zur Hand, schalteten wir oft diese „wombsounds“ an.

Ein guter Link war auch Chopin für Babys, den hatten wir im 1. Monat auf Dauerschleife. Noch jetzt wenn ich es höre, bekomme ich Gänsehaut, weil es mich selbst in dieser schrecklichen Zeit sehr beruhigt und in unserem Zimmer so eine kuschelige Wohlfühl-Atmosphäre geschaffen hatte.

Und mein absoluter Liebling: Lalelu auf Endlosschleife. Dadurch, dass wir Lalelu immer zum Einschlafen gespielt hatten, ist Marlene auch heute noch mit ihren 7 Monaten richtig drauf konditioniert: Sobald sie Lalelu hört, kann sie viel leichter einschlafen!

5. Tipp von Schreiambulanzen – tragen, tragen, tragen

Wir waren zwar nie in einer Schreiambulanz, weil man sehr lange auf einen Termin warten mußte. Aber von einer Hebamme wissen wir, dass man dort immer rät: Tragen, tragen, tragen! Am besten 24 Stunden, einfach immer tragen, tragen, tragen. Das hatten wir dann auch gemacht, manchmal half es, manchmal wollte sie die Nähe nicht, sondern lieber in die elektrische Schaukel. Jedenfalls fand ich ein günstiges, schönes und sehr angenehmes Tragetuch hier.

Und eine superleichte Anleitung (man braucht nur 1 Bindetechnik) gibt es hier bei einer meiner Lieblings-Youtuberinnen, Josie Wiba

 

6. Babyphone mit Videofunktion

In den Zeiten als Marlene zwischendurch ruhig in unserer elektrischen Schaukel schlummerte, brauchten wir unser Babyphone mit Videofunktion. Dadurch konnten wir uns ins andere Zimmer schleichen und wenigstens ein bisschen Serien auf Netflix schauen. :)  Anfangs dachte ich, ein Babyphone mit Video sei doch schon sehr viel „Überwachung“, aber nachträglich, nachdem Marlene wirklich da war, muß ich sagen: Die Videofunktion hatte mich eindeutig beruhigt und mir viele Sorgen genommen.

7. Viel Gutes gehört: Federwiege

Wir hatten unsere heilige Schaukel, aber wir hatten auch sehr viel Gutes über die Federwiege bei Schreibabys gehört. Deshalb darf sie in dieser Liste auf keinen Fall fehlen. Wenn man ein Schreibaby hat, braucht man als Eltern alle Hilfsmittel, die man nur kriegen kann!

8. Pucken – die kuscheligste Zwangsjacke der Welt

Ebenfalls eine Empfehlung einer Youtube-Mama war dieses Pucktuch mit Klettverschluß. Babys lieben es so richtig fest gepuckt zu werden. Ich hatte das selbst vorher nicht für möglich gehalten, aber auch im Krankenhaus puckten sie die Babys ganz oft, wenn sie schreiten. Unsere Marlene beruhigte sich sehr oft durch das Pucktuch. Vor allem ist dieses Modell sehr praktisch, da sie sich aus einem normalen Tuch einfach rausgewurschtelt hätte. Der Klettverschluß war genial!

9. Omas & Opas & gute Freunde – Hilfe bitten und Baby abgeben

Es klingt so simpel, aber wenn man selbst in der Situation ist, traut man sich kaum, Familie und Freunde um Hilfe zu bitten. Das Gegenteil ist der Fall: Man zieht sich komplett zurück und ignoriert mehr oder weniger alle sozialen Kontakte. Dabei ist schon alleine das Anbieten der Hilfe einer anderen Person mit dem kleinen Schreibaby klar zu kommen wie Balsam für die Seele. Auch wenn unsere kleine Marlene für ihre Oma richtig schwierig war, sie ist trotzdem mit ihr Spazieren gegangen, sehr oft von lautem Schreien und Blicken der Anderen begleitet. Mir hat es aber zumindest 1 Std. Schlaf beschert, den ich soo sehr gebraucht hatte, um wieder klar denken zu können.

10. ein Engel auf Erden – Unsere Kinderkrankenschwester

Wir waren 3 Monate lang wirklich hilflos, eilten zu Ärzten und klapperten einen „Babyexperten“ nach dem anderen ab, aber nichts half! Die Frustration wurde immer größer, eigentlich wollten wir die Suche nach DER Lösung aufgeben – Dann kam eine Kinderkrankenschwester in unser Leben und änderte alles! Es ist nicht üblich, sich an eine Kinderkrankenschwester zu wenden. Im Krankenhaus sagten sie mir auf meine Frage hin, ob man eine der Schwestern nachher auch privat noch „zur Nachhilfe buchen“ könne, dass keine Schwester das anbieten würde. Am ehesten könne man eine Stillberatung vereinbaren, aber das war nicht das, was wir suchten. Eine andere Mama erzählte mir, sie habe eine Hebamme, die zu Ihnen nachhause käme, aber eine Hebamme ist ja eher vor der Geburt wichtig, als Geburtsbegleitung und während der Geburt, nicht wenn das Baby schon da ist. Durch Zufall kamen wir daher viel später zu unserer Kinderkrankenschwester, die wir vom ersten Moment an liebten! Weil a) sie hatte viel Erfahrung mit babys und b) wir konnten ihr unser Herz ausschütten und sie überlegte mit uns gemeinsam eine Lösung! Wenn ich gewußt hätte, dass es so einen Service gibt, hätte ich mir in der ersten Woche schon eine Kinderkrankenschwester gesucht! Wir hatten sie erst ab dem 3. Monat!

 

 

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